Warum wir aufhören, Software zu entwickeln. Und warum das die ehrlichere Ansage ist.
Jeder kann heute Code erzeugen. Ein Prompt, zwanzig Minuten, fertig ist die App. Alles mit Vibe Coding – und ja, es funktioniert. Ich habe unser neuestes Produkt Orderport genauso gebaut. Jede Zeile KI-generiert.
Von Patrick Dornbusch, März 2026
Jeder kann heute Code erzeugen. Ein Prompt, zwanzig Minuten, fertig ist die App. Alles mit Vibe Coding – und ja, es funktioniert. Ich habe unser neuestes Produkt Orderport genauso gebaut. Jede Zeile KI-generiert.
Das ist keine Überraschung mehr. Das ist Realität.
Aber hier kommt die Frage, die sich zu wenige stellen: Wer steht dafür gerade, wenn über diese App echtes Geld läuft? Wer reviewt den Code? Wer betreibt das Ding in Produktion und wer ist nachts erreichbar, wenn etwas ausfällt?
Die Antwort ist nicht: die KI.

Was sich bei uns ändert: Schluss mit Projektgeschäft
Die netzdirektion gibt es seit 18 Jahren. Über 200 B2B-Projekte, ERP-Integrationen, Procurement-Anbindungen, Shopware-Migrationen. 18 Jahre lang haben wir das gemacht, was alle Agenturen machen: Anfrage, Angebot, Beauftragung, Stunden abrechnen, Projekt fertig, nächstes Projekt.
Das war 18 Jahre lang ein sehr gut funktionierendes Modell und wir haben es daher auch nicht hinterfragt. Vor sechs, sieben Jahren gab es schon einmal den Ansatz, das Modell zu ändern, es in etwas anderes zu überführen. Da waren wir aber nicht mutig genug. Das muss man so klar sagen.
Jetzt ist der Zeitpunkt da. Und der Auslöser ist nicht Mut – sondern pure Logik.
Wenn Code Commodity ist, wenn also jeder große Mengen an Code billig erzeugen kann, dann kann ich Verantwortung und Vertrauen nicht mehr in Stunden bemessen. Übernehmen Sie eine Stunde Verantwortung, und danach ist Schluss? Das funktioniert nicht.
Deswegen ist der Retainer ehrlicher: Wir übernehmen Verantwortung für das Ergebnis, nicht für die Stunden.
Retainer statt Projekte
Deswegen arbeiten wir ab sofort nur noch in Retainern. Kein Projektgeschäft mehr. Keine Aufwandsschätzungen. Keine Angebote pro Feature.
Stattdessen: Sie beschreiben das Problem. Wir liefern die Lösung. In festen Wochensprints, mit planbarer Kapazität und einem Quartals-Review, in dem wir gemeinsam prüfen, ob Scope und Kapazität noch passen.
Drei Retainer-Stufen, ein Add-on:
Consulting & Audits: ab 1.500 €/Monat. Sie stehen vor einer Entscheidung und brauchen jemanden, der den Weg kennt. Barrierefreiheit, Performance, Architektur, ERP-Integration, Security – ein Assessment pro Quartal, schriftlicher Report, klare Handlungsempfehlung.
Guidance & Sparring: ab 3.000 €/Monat. Ihr Inhouse-Team baut, aber es fehlt die Erfahrung für die richtigen Entscheidungen. Wir sind als externer Sparringspartner fest in Ihrem Team verankert. Architektur-Reviews, Sprint-Begleitung, Code-Reviews, Technologie-Roadmaps.
Managed Services: ab 6.000 €/Monat. Sie wollen sich aufs Geschäft konzentrieren und die Technik abgeben. Wir übernehmen den kompletten Betrieb und die Weiterentwicklung Ihres B2B-Shops (Shopware 6) oder Ihrer Webanwendung (Laravel). Feste Release-Zyklen, Monitoring, Security – alles aus einer Hand.
Managed Infrastructure: ab 750 €/Monat als Add-on. Hosting, CI/CD-Pipelines, Deployments, Monitoring auf Hetzner Cloud. Hetzner-Kosten werden 1:1 durchgereicht.
Mindestlaufzeit bei Consulting und Guidance: drei Monate. Bei Managed Services: sechs Monate. Wenn wir Ihnen danach nicht mehr gefallen, gehen Sie. Der Code gehört Ihnen.
Alle Details zu den Retainern und was genau drin ist, findest du auf unserer Website: https://netzdirektion.de
Warum gerade jetzt?
Zwei Entwicklungen fallen hier zusammen.
Erstens: KI macht Code billig, aber nicht sicher.
Die Einstiegshürde für Softwareentwicklung ist gefallen. Prototypen entstehen in Stunden, aber der Schritt vom lokalen Prototypen in den produktiven Betrieb – mit echten Daten, echtem Geld, echten Compliance-Anforderungen – bleibt komplex. Dafür brauchen Sie jemanden, der das schon einmal gemacht hat. Der die Verantwortung übernimmt und dafür geradesteht.
Bei Orderport, unserem neuen SaaS-Produkt für Bestellübermittlung, habe ich das selbst durchexerziert: Ja, die KI hat den Code geschrieben. Aber ich habe jede Zeile gelesen, reviewt und modifiziert, über 1.000 automatisierte Tests – eine nahezu vollständige Testabdeckung. Einen kompletten Prototypen haben wir weggeworfen, weil er unseren Standards nicht entsprach. Am Ende interessiert es niemanden, wer den Code geschrieben hat. Es interessiert, wer dafür geradesteht.
Zweitens: Der Markt braucht es.
Immer mehr Unternehmen bauen E-Commerce-Kompetenz inhouse auf. Was Inhouse-Teams fehlt, ist nicht Code – sondern Erfahrungswissen aus hunderten B2B-Projekten, strategische Steuerung und zuverlässiger Betrieb. Das klassische Agenturmodell kann das nicht liefern. Ein Retainer schon.
Dazu kommt der demografische Druck: Laut IAB-Forum gehen ab 2026 voraussichtlich jährlich mehr Beschäftigte in Rente, als nachrücken. Das IAB rechnet ohne Zuwanderung bis 2035 mit einem Rückgang des Arbeitskräftepotenzials um 7,2 Millionen. Gleichzeitig legte der B2B E-Commerce von Großhandel und Herstellern 2024 um 5,5 Prozent auf über 1,5 Billionen Euro zu.
Weniger Leute, mehr Arbeit. Effizienz ist keine Option. Sie ist Pflicht. KI ist dabei ein Werkzeug, kein Ersatz für Verantwortung.
Was wir nicht sind
Wir sind keine Full-Service-Digitalagentur. Kein Design, kein Marketing, kein SEO. Wir sind kein reines Beratungshaus, das Slide-Decks baut und dann verschwindet. Und wir sind keine Billig-Agentur, die auf Stundensätze optimiert.
Wir sind ein Beratungshaus mit eigenem Entwicklungs-Know-how, eigenen SaaS-Produkten und 18 Jahren Domänenwissen im B2B E-Commerce. Wir beraten, wir steuern, und wenn nötig, liefern wir auch operativ.
Unsere Produkte als Beweis
Wer berät, sollte beweisen können, dass er selbst baut und betreibt. Unsere drei SaaS-Produkte tun genau das:
PunchCommerceverbindet Online-Shops mit Beschaffungsplattformen wie SAP Ariba, Coupa und Onventis – seit fünf Jahren produktiv, unter anderem bei Phoenix Contact.
SupplyCommerce gibt Lieferanten ohne eigenen Shop ein professionelles B2B-Storefront. Excel-Liste hochladen, Shop steht.
Orderport übermittelt Bestellungen zwischen Systemen – cXML zu OpenTrans, Ariba zu Shopware, was immer Sie brauchen. Ab 199 € Monat statt vierstelliger Investitionen in Enterprise-Middleware.
Drei Produkte, eine Zielgruppe, ein Vertriebskanal. Das ist Strategie.
Wie es weitergeht
Wenn Sie Fragen haben oder wissen wollen, welcher Retainer zu Ihrer Situation passt: Sprechen Sie uns an.
In der aktuellen Folge unseres Podcasts „Netzdirektion Update" sprechen Kathi und ich ausführlich darüber, was dieser Wandel konkret bedeutet – für uns, für unsere Kunden und für den B2B-Mittelstand insgesamt.
[1] https://iab-forum.de/das-erwerbspersonenpotenzial-nimmt-2026-erstmalig-ab